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Amaryllis richtig pflegen: Tipps für Topf, Vase und Schnittblume

Jeder kennt sie: Pünktlich zur Weihnachtszeit lächelt uns die Amaryllis aus den Regalen der Blumenläden, Supermärkte und Co. an. Egal, ob als Zwiebel, Schnittblume oder in Wachs getaucht: Die Amaryllis – sie kommt in vielen Farben und Formen, gefüllt oder ungefüllt. Doch was tun mit dieser großen, dicken Zwiebel, wenn man möglichst wenig Arbeit und trotzdem maximalen Blütenertrag möchte? Zugegeben, durch ihre unglaubliche Schönheit, kann sie zuerst ein wenig einschüchternd wirken, aber: Keine Sorge, im Grunde ist sie eigentlich sehr unkompliziert und gelingt jedem. Ich verrate euch meine besten Tipps & stelle euch die bekanntesten und beliebtesten Dekorationsideen mit der Amaryllis vor, damit sie euch mit ihrem Blütenfeuerwerk durch die Weihnachtszeit begleitet – Entscheidet selbst, welche Variante am besten zu euch passt – Viel Spaß beim Lesen & Dekorieren! – Kim

Die Amaryllis im Topf ist eine sichere Wahl, wenn man ein paar einfache Dinge beachtet. Die Knolle liebt es, hell, trocken und warm zu stehen – im Gegensatz zu einer Tulpenzwiebel, die komplett eingebuddelt wird, wird bei der Amaryllis nur etwa das untere Drittel der Zwiebel mit Erde bedeckt. Die oberen 2/3 der Zwiebel schauen aus der Erde heraus. Über das untere Drittel, wo auch die Wurzeln wachsen, nimmt die Amaryllis über die Erde und das Wasser neue Nährstoffe auf.

Die Zwiebel bevorzugt enge Verhältnisse. Auch wenn sie recht groß ist, reichen ihr maximal 3 cm Platz bis zum Rand des Topfes. Ein kleiner Topf, der nicht mehr als 3 cm Abstand zum Rand lässt, sorgt dafür, dass die Zwiebel sich wohlfühlt. Das Substrat sollte wasserdurchlässig sein, idealerweise gemischt mit Sand, Perlit oder Tongranulat. Beim Gießen gilt: weniger ist mehr. Zu viel Wasser kann dazu führen, dass die Zwiebel fault.

Der ideale Standort ist hell, aber nicht in direkter Mittagssonne oder direkt über der Heizung, da die Blüten sonst schneller verblühen. Temperaturen zwischen 18-20 Grad sind optimal. Wer beim Gießen auf Nummer sicher gehen möchte, kann über den Untertopf gießen. So saugt sich die Erde von unten voll, während die Zwiebel oben trocken bleibt.

Die Amaryllis-Zwiebel kann auch ohne Erde blühen und sorgt für eine minimalistische Ästhetik. In dieser Variante kann man beobachten, wie die Amaryllis ihre Wurzeln in Richtung Wasser streckt – besonders faszinierend in einer Zeit, in der draußen wenig wächst. Diese Methode ist nicht nur schmutzfrei, sondern auch einfach: Alles, was du brauchst, ist ein Glasgefäß, idealerweise eine spezielle Vase für Amaryllis oder Blumenzwiebeln. Diese Vasen haben meist eine Schale oder einen Teller oben, auf dem die Zwiebel sitzt, sodass nur der unterste Teil der Zwiebel mit Wasser in Kontakt kommt – so vermeidet man, dass die Zwiebel anfängt zu faulen. (Siehe Illustration oben)

Aber sei kreativ – auch andere Gefäße können gut funktionieren. Nur ein Tipp: Je nach Wuchshöhe wird es sich auszahlen, wenn das Gefäß ein gewisses Gewicht hat, um die Amaryllis zu stabilisieren. Sobald die schweren Blüten und der lange Stängel wachsen, kann es schnell passieren, dass das Gleichgewicht verloren geht. Daher eignen sich auch Vasen mit längeren, nach oben hin schmaler werdenden Hälsen besonders gut, da sie der Amaryllis zusätzlichen Halt bieten.

Wenn du deine Amaryllis als Schnittblume verwenden möchtest, befolge diese einfachen Schritte, um ihre Haltbarkeit zu verlängern:

  1. Schneide den Stängel mit einem scharfen, sauberen Messer gerade an

  2. Umwickele die frische Schnittstelle mit einem Streifen Tesafilm, damit der Stiel sich nicht aufrollt (siehe Illustration ganz rechts).

  3. Da die Amaryllis schwere Blüten hat, knicken die langen Stiele manchmal ab. Schiebe daher kleine Bambusstäbe oder ähnliche Stützen in den hohlen Stiel, bevor du die Amaryllis in die Vase stellst. So bleibt die Blume stabil und kann ihre üppigen Blüten besser tragen.

Mit diesen einfachen Schritten kannst du deine Amaryllis lange als Schnittblume genießen. Je nach Geschmack sieht die Amaryllis mit ein paar Kieferzweigen oder Eukalyptus besonders weihnachtlich aus.

Mit dieser einfachen Methode kannst du deine Amaryllis auf eine besondere Weise präsentieren. Folge diesen 6 Schritten:

1. Schneide deinen Amaryllis-Stiel frisch an (Siehe Schritt 1 & 2 oben: Die Amaryllis als Schnittblume)

2. Ummantle die Schnittstelle mit einem Streifen Tesafilm, damit sich der Stiel nicht aufrollt.

3. Stecke einen Zahnstocher oder einen gekürzten Schaschlik-Spieß durch den hohlen Stiel an der Stelle, wo der Tesafilmstreifen sitzt.

4. Wickele um die linke und rechte Seite des Stabs ein wenig Draht und forme oben einen kleinen Haken, damit du die Amaryllis später auch aufhängen kannst.

5. Der hohle Amaryllis-Stiel wird zur Vase: Fülle den Stiel mit Wasser auf und vergiss nicht regelmäßig nachzufüllen.

6. Hänge die Amaryllis an deinem Wunschort auf. Optional: Dekoriere sie mit Kieferzweigen, Eukalyptus oder einem schönen Schleifenband für eine zusätzliche festliche Note.

Die Wachsschicht versiegelt die Zwiebel, sodass sie ihre gespeicherten Nährstoffe und Feuchtigkeit nutzt, um ohne zusätzliches Gießen zu blühen. Sie eignet sich hervorragend für alle, die keinen grünen Daumen haben, aber die Blütenpracht zur Weihnachtszeit genießen möchten, ohne sich Sorgen über das richtige Gießen machen zu müssen. Das macht sie besonders pflegeleicht und unkompliziert.

Kurzfristig schadet das Wachs der Zwiebel nicht. Es schützt sie vor dem Austrocknen und ermöglicht der Blüte, ihre gespeicherte Energie zu nutzen – ähnlich wie ein Akku, der genug Ladung für eine beeindruckende Blüte hat. Langfristig jedoch verhindert die Wachsschicht das Nachwachsen und die Regeneration. Damit die Zwiebel für die nächste Blüte wieder "aufgeladen" werden kann, muss sie eingepflanzt werden und Wurzeln schlagen, um neue Nährstoffe aufzunehmen.

VORTEILE: Keine Pflege & kein Topf notwendig, wassersparend, dekorativ – ideal für alle, die in der Adventszeit sorglos die Blütenpracht genießen möchten

NACHTEILE: Unökologisch und unnatürlich für die Zwiebel, da sie oft nur einmal blühen kann und im Anschluss ausgelaugt ist, weil sie keine neuen Nährstoffe aufnehmen konnte – ihr „Akku“ ist leer. Zudem wird meist nicht nachhaltiges Paraffinwachs verwendet, häufig kombiniert mit Kunststoffglitzer, der Mikroplastik in die Umwelt bringt und eine unnötige Belastung darstellt. Die Amarylliszwiebel muss nach ihrer Blüte aufgrund der Paraffinschicht und ggf. Kunststoffglitzers über den Restmüll entsorgt werden und kann nicht kompostiert werden.

Die Amarylliszwiebel stammt ursprünglich aus Südamerika, wird aber heute in vielen Gärtnereien auch aus Südafrika oder den Niederlanden nach Deutschland importiert. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte am besten zu Zwiebeln im Topf oder "nackten" Zwiebeln greifen. Da Amarylliszwiebeln, speziell die besonderen Sorten, oft nicht ganz günstig sind, lohnt es sich, sie als mehrjährige Zwiebel zu halten, um viele Jahre Freude an ihren faszinierenden Feuerwerksblüten zu haben. Wer die Pflegeleichtigkeit der gewachsten Zwiebeln schätzt, kann nach der Blüte vorsichtig die Wachsschicht entfernen und der Amaryllis über das restliche Jahr ein paar neue Nährstoffe gönnen, damit sie auch im kommenden Winter wieder mit ihren Blüten erfreuen kann. Die Erfolgschancen bei gewachsten Amaryllen auf eine neue Blüte im Folgejahr sind allerdings meist gering. Und wer absolut nicht auf Glitzer verzichten möchte, sollte zu biologisch abbaubarem Glitzer greifen.

Deine Amaryllis ist verblüht? – Schneide den verblühten Blütenstängel knapp über der Zwiebel mit einem scharfen Messer ab. Achtung, wichtig: Die Blätter dürfen auf keinen Fall entfernt werden! Sie sind wie die Solaranlage deiner Zwiebel und versorgen die Knolle mit neuer Energie für die nächste Blüte. Schneide also wirklich nur den verblühten Stängel ab und lass die Blätter stehen, damit die Pflanze gestärkt in ihre nächste Wachstumsphase starten kann. Auch wenn die gelblichen Blätter nach der Blüte unschön wirken – genau wie bei der Narzisse – müssen sie abwelken, um der Zwiebel die volle Energie für die nächste Saison zu geben. Erst wenn die Blätter komplett eingetrocknet sind, hat die Knolle alle Nährstoffe und Energie daraus gezogen.

Stelle die Pflanze an einen hellen, warmen Ort und halte die Erde leicht feucht. Ab Februar beginnt die Wachstumsphase: Gieße regelmäßig, sobald die oberste Erdschicht trocken ist, und dünge alle 2-3 Wochen in sehr schwacher Dosierung. Ab Juni darf die Amaryllis halbschattig nach draußen auf den Balkon oder in den Garten. (Vorsicht mit den Schnecken!) Gieße weiterhin sparsam, aber regelmäßig.

Ab Ende August keine Wassergaben mehr, damit die Zwiebel in ihre Ruhephase geht. Im September/Oktober lagere sie dunkel und kühl bei ca. 15 °C (z.Bsp. im Keller). Ab Ende Oktober/November kannst du die Zwiebel wieder ins Licht holen, gießen – und dich (hoffentlich) auf eine neue Blüte freuen!

Ja, die Amaryllis ist giftig. Trotz ihrer Schönheit sollte sie außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufgestellt werden, um gefährliche Unfälle zu vermeiden. Alle Teile der Pflanze – von den Blättern bis zur Zwiebel – sind giftig und sollten auf keinen Fall verzehrt werden. Besonders hoch ist die Konzentration an Giftstoffen in der Zwiebel. Bereits wenige Gramm der Zwiebelschale können schwere Vergiftungserscheinungen bei Mensch & Tier auslösen.

Kim Lea AdamComment